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Rückblick Saison 2007/08
Paul Stauffenegger/Carolyn Heer
Ausstellung

Franz Hohler

Literarischer Apéro

Freitag 28. März 2008 – Sonntag 30. März 2008

Tagebuch einer Ausstellung, 28. bis 30. März 2008

Donnerstag, 27.3.08, 16:00 Uhr

Mit dem Bezug der Aula steigt die Spannung. Ist alles da? Haben die Bilder den Transport gut überstanden? Wie reagieren die ausstellenden Künstler auf Raum und Einrichtung?
Alles Fragen, die sich auch bei noch so perfekter Vorbereitung nicht restlos klären lassen.
Diese Vorbereitung hat mehr als ein Jahr vor der Ausstellung begonnen. Schon die Auswahl der Künstler ist zeitintensiv, Werke und Künstler müssen zusammenpassen, sich ergänzen, dürfen den Rahmen der Aula nicht sprengen. Meist will auch die Galerie, die den Künstler vermittelt noch ein Wörtchen mitreden, Die Auswahl der Ausstellungsobjekte verlangt Musse und Vorstellungskraft.
Geduld und Einfühlungsvermögen verlangen die Filme, die Werk und Künstler dem Ausstellungsbesucher näher bringen sollen.
Und nun ist alles da, muss in einem Abend aufgebaut werden. Die Ausstellungswände werden aufgestellt, die Bilder und Skulpturen ausgepackt. Wo soll welches Werk hin, welches Bild neben welche Skulptur, ein emsiges Treiben geht los, Bilder werden aufgehängt und wieder abgenommen, Skulpturen verschoben, Sockel ausgewechselt. Alle wissen, heute muss es fertig werden, aber niemand will sich drängen lassen. Doch plötzlich kommt Ordnung ins Chaos, die Ausstellung nimmt Form an, die Spannung löst sich, nach 6 Stunden sind alle Werke platziert.


Freitag, 28.3.08, Vormittag

Die Schülerinnen und Schüler sind die ersten Ausstellungsbesucher. Von Lehrerinnen und Lehrern gezielt vorbereitet sind die Kinder aufmerksame Beobachter, stellen den Künstlern viele zum Teil ausgefallenen Fragen, lassen sich begeistern von Formen und Farben. Wir freuen uns an den vielen spontanen Kommentaren wie „ mir gefälz“ oder „Carolyn Heer mach weiterso“.


Freitag, 28.3,08, Vernissage

Bereits um 18:00 Uhr duftet es aus der Aulaküche, der Apéro ist im Ofen, emsige Helfer drapieren Häppchen auf wunderschöne Alessiplatten. Die ersten Besucher schnuppern vergnügt, betreten die Aula, bestaunen die Verwandlungsfähigkeit dieses wunderbaren Raumes. Die Künstler sind anwesend, viele Besucher nutzen die Gelegenheit, stellen Fragen, zeigen, welche Werke sie besonders ansprechen, mit welchen Exponaten sie eher Mühe haben. Es bilden sich Grüppchen, angeregte Unterhaltung da, lebhafte Diskussion dort, eine gute Einstimmung.

Um 20:00 Uhr folgt dann die offizielle Begrüssung mit der Vorstellung der Künstler, ein kurzer Einblick in das Leben und den Werdegang der Künstler.

Cello Solo, gespielt von Anna Tyka, wunderbar, wie der warme Klang des Cellos den Raum füllt.
Die Filme über Carolyn Heer und Paul Stauffenegger geben dann einen vertieften Einblick in das Schaffen der beiden Künstler, viele Besucher sehen so zum ersten Mal die arbeitsintensive Erstellung einer Guss-Skulptur.

Es folgt der kulinarische Genuss, ein Apéro, orchestriert von einer Freundin von qba, der wir an dieser Stelle ganz herzlich danken.

Langsam neigt sich der Anlass dem Ende zu, wir verabschieden die letzten Besucher. Künstler und qba setzten sich noch zusammen, lassen die Vernissage Revue passieren, freuen sich am guten Gelingen des ersten Tages.


Samstag, 29.3.08, 10:00 bis 17:00 Uhr, Ausstellung

Trotz strahlendem Wetter erfreulich reger Besuch eines interessierten Publikums. Viel Lob und anregende Gespräche, Besuch von Freunden und Bekannten der Künstler, ein Tag, der im Flug vergeht.

Um 17:00 Uhr dann die Vorbereitung auf die Lesung vom Sonntag. Wie viele Besucher kommen, was erwartet uns am Sonntag Morgen? Wir bereiten 150 Sitzplätze vor, die Ausstellung wandelt sich zur Vorstellung.


Sonntag, 30.3.08, 10:00 Uhr


Sie ersten Besucher sind bereits da, sichern sich die Plätze für die Lesung, betrachten, wenn auch durch die Bestuhlung etwas eingeschränkt, die Bilder und Skulpturen.
Franz Hohler trifft ein, aufgestellt und gut gelaunt tritt er an zum Soundcheck, spricht die Besucher an und signiert bereits die ersten Bücher vom Büchertisch.

Pünktlich um 11:00 Uhr, nach kurzer Begrüssung und Einführung durch qba ist die Bühne frei für Franz Hohler. 140 Zuhörer folgen gespannt seinen Lesungen, Kurzgeschichten, Ausschnitte aus seinem neusten Werk „Es klopft“, einen Ballade über den Käfer, der fehlt, bis zum Totemügerli auf deutsch und romanisch, ein begeistertes Publikum bedankt sich mit tollem Applaus und nimmt den Kabarettisten noch lange für Fragen und zur Signatur der Bücher in Anspruch.

Nach kurzer Regieanweisung stapelt das Publikum die Stühle zu 15 Stück zusammen, es entsteht der nötige Platz zum Genuss des sonntäglichen Zopfes, auch diese Nachlese ist bereits zur Tradition geworden.

Langsam wird es ruhiger, aber auch der Sonntag Nachmittag wird rege zum Besuch der Ausstellung genutzt.

17:00 Uhr, die Ausstellung schliesst, pünktlich erscheinen die Besucher, die ein Werk aus der Ausstellung erworben haben um dieses abzuholen.

Alles muss wieder verpackt werden, die Aula wird geräumt und gereinigt. Drei eindrückliche Ausstellungstage liegen hinter uns, die Künstler bedanken sich, sind beeindruckt und erfreut über die intensiven und bewegten Tage.

Der Künstler für die nächste Ausstellung Ende März 2009 ist bereits engagiert, mehr erfahren sie im 18. Jahresprogramm, das nach den Sommerferien erscheint. Bis dann und vielen herzlichen Dank an alle, die mitgeholfen haben, diese Ausstellung zu realisieren.


Hansruedi Riner




Stauffi

Paul Stauffenegger ist auch mit seinen inzwischen 80 Lebensjahren ein Sucher, ständig unterwegs. Seiner Kunst haftet nichts Erstarrtes an, sie lässt sich nicht irgend einer Schule zuordnen. Man kann ihn nicht etikettieren. Reales und Surreales, Abstraktes und Naives, Modernes und Traditionelles gehen nebeneinander her.
Solche Freiheit hat aber auch ihren Preis. Der innerlich Freie ist bis zu einem gewissen Grad immer auch ein Einsamer, der den Zwang der Gruppe scheut und deshalb auch ihren Schutz entbehren muss.
Paul Stauffenegger ist in Schönenwerd geboren und aufgewachsen, hat seine Ausbildungen in Aarau und Zürich absolviert und sich einen Namen geschaffen als Grafiker, Karikaturist und Maler. Auch heute noch ist er täglich im Atelier anzutreffen. Bescheiden, fleissig, spricht wenig von sich selbst, rühmt eher die andern – aber eben diese Oberfläche trügt – wenn man näher hin schaut entdeckt man einen Zeitgenossen auf der Suche nach der Wirklichkeit der Welt und auf der Suche seiner selbst.




Carolyn Heer
Unterschiedlicher könnten sie kaum sein. Carolyn Heer ist etwa halb so alt wie Paul Stauffenegger, geboren in Kenia, aufgewachsen in Westafrika, Kanada und der Schweiz. Weltgewandt und offen kann sie ihre Werke erklären, dem Betrachter den Hintergrund näher bringen. Carolyn Heer gibt ihr Können auch weiter, sie unterrichtet Jugendliche im gestalterischen Bereich.
Und doch gibt es Parallelen. Auch Carolyn Heer ist eine Suchende, alles überflüssige weglassen; wichtig sind nur der Ausdruck, die Bewegung, die Körperhaltung. So erklärt sie: “Meine Werke haben viel mit mir selber zu tun, es braucht lange, bis ich sie für eine Ausstellung weggeben kann. Meine Skulpturen sind etwas sehr intimes, sie enthalten einen Teil meiner Persönlichkeit.“



























































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